Internationale Studie: Schlechte Noten für Zahlungsmoral in Südeuropa
- Schlechteste Zahlungsmoral in Griechenland und Spanien beobachtet
- Österreich: 37 Prozent aller Exportforderungen überfällig
- Atradius erwartet Verschlechterung der Zahlungsmoral im Zuge der Eurokrise
Wien, 25. Oktober 2011 – Die anhaltende Euro-Schuldenkrise schlägt sich erstmals auch deutlich in der Zahlungsmoral nieder. Griechische Unternehmen begleichen ihre Rechnungen im Durchschnitt erst nach 92 Tagen. Damit zahlen sie 15 Tage nach dem vereinbarten Zahlungsziel von 77 Tagen. Sechs Prozent der griechischen Forderungen konnten nur noch als Totalausfall verbucht werden. Auf Platz zwei der schwächsten Zahler landet Spanien mit einer Zahlungsdauer von 87 Tagen bei einem großzügigen Zahlungsziel von 74 Tagen. Das sind einige der Ergebnisse aus dem aktuellen Atradius Zahlungsmoralbarometer, für das im Sommer 2011 branchenweit 5.400 Unternehmen aus 27 Ländern befragt wurden. Michael Karrenberg, Leiter Risikomanagement des Kreditversicherers Atradius für Deutschland, Mittel- und Osteuropa, prognostiziert: „Eine weitere Verschärfung der Euro-Krise würde in den von der Schuldenkrise besonders betroffenen Ländern Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien zu einer noch restriktiveren Kreditvergabe der lokalen Banken und damit zu einer weiteren Verschlechterung der Zahlungsmoral in diesen Märkten führen.“
Absicherungsbedarf in der Eurozone steigt
International gesehen sind jetzt schon über 30 Prozent der Forderungen aus dem Ausland überfällig. In Österreich liegt die Zahl noch darüber: Mehr als ein Drittel aller Exportforderungen (37 Prozent) österreichischer Unternehmen werden nicht pünktlich beglichen. „Durch die anhaltende Schuldenkrise herrscht bei den Exporteuren zunehmend Verunsicherung darüber, ob sich die finanzielle Schieflage in der Eurozone auch auf die Bonität ihrer Geschäftspartner auswirkt,“ stellt Franz Maier, Country Manager von Atradius in Österreich, fest. „Wir beobachten, dass die Unternehmen die Kreditwürdigkeit ihrer Geschäftspartner – insbesondere aus dem Ausland – vor Geschäftsabschluss genau prüfen.“ Die Nachfrage nach Forderungsausfallschutz für italienische Abnehmer schnellte bei Atradius im zweiten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent in die Höhe.
Unternehmen geben Liquiditätsengpass als Grund für verspätete Zahlungen an
Als Hauptgrund für verspätete Zahlungen geben sowohl die befragten Unternehmen aus Österreich als auch die internationalen Studienteilnehmer mehrheitlich fehlende Liquidität an. Spitzenreiter ist Griechenland: 84 Prozent der befragten griechischen Unternehmen geben fehlende liquide Mittel als Grund für verspätete Zahlungen an. Fast jedes zweite Unternehmen aus Österreich versucht, die Zahlungsbereitschaft seiner Abnehmer mit Hilfe der Einräumung von Skonto zu beschleunigen. Die Kunden reagieren allerdings nur verhalten darauf. „Für die Unternehmen ist es oftmals günstiger, den Lieferantenkredit in Anspruch zu nehmen und später zu zahlen“, weiß Karrenberg aus Erfahrung.
Über die Studie
Das „Atradius Zahlungsmoralbarometer“ wird zweimal pro Jahr von Atradius veröffentlicht. Für die aktuelle Studie wurden branchenweit 5.400 Unternehmen aus 27 Ländern weltweit befragt.
Die Studie steht kostenlos auf www.atradius.at zum Download bereit.
Über Atradius
Die Atradius Gruppe bietet weltweit Kreditversicherung, Bürgschaften und Inkassodienste an und ist mit 160 Büros in 42 Ländern vertreten. Atradius hat Zugang zu Bonitätsinformationen über 60 Millionen Unternehmen weltweit und trifft täglich mehr als 20.000 Kreditlimitentscheidungen. Das Produktangebot hilft Unternehmen auf der ganzen Welt, sich vor Zahlungsrisiken aus Verkäufen von Waren und Dienstleistungen zu schützen.
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